Im Auftrag der Schweiz

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser

Das Unternehmen Swissgrid stellt seine Energie und Innovationskraft ganz in den Dienst einer zuverlässigen Stromversorgung. Dabei stehen wir vor der täglichen Herausforderung, Angebot und Nachfrage mit hoher Genauigkeit auszubalancieren. Wir sehen es als eine wichtige Aufgabe an, den wirtschaftlich effizienten, nachhaltigen Übergang in die Energiezukunft unseres Landes und Europas mitzugestalten. Unseren Kunden und Partnern haben wir im letzten Jahr jederzeit ein unterbruchsfreies Netz bereitgestellt. Gleichzeitig haben wir das Schweizer Stromsystem zielstrebig und sicher weiterentwickelt.

Swissgrid übernahm im Januar 2014 die verbleibenden Teile des Schweizer Höchstspannungsnetzes. Im Verlauf des Jahres haben wir dieses flächendeckend inventarisiert und den Wechsel in der Instandhaltung systemweit umgesetzt: ein wichtiger Schritt in der Zusammenlegung aller Funktionen des Übertragungsnetzes bei Swissgrid. Zudem wurde die Refinanzierung dieser Konsolidierung nachhaltig gesichert. Als nationale Netzgesellschaft war für uns auch der Bezug des Standorts in Prilly (VD) von grosser Bedeutung. Seit Dezember führen unsere Mitarbeitenden sämtliche Aktivitäten in der Romandie aus dieser neuen Zentrale, die eine zweite Netzleitstelle beherbergt.

Der Sicherheit messen wir in unseren Aktivitäten grösste Bedeutung bei. Deshalb freut es uns, dass 2014 ein unfallfreies Jahr war. Dies zeigt sich aber auch darin, dass Swissgrid nach erfolgreich bestandenen Überprüfungen durch externe Experten gemäss der Arbeitsschutznorm OHSAS 18001 und dem NERC CIP-Standard zum Schutz kritischer Infrastrukturen zertifiziert wurde.

Ebenso brachten wir 2014 die internationale Integration weiter voran. So banden Swissgrid und ihre Partner einen sechsten europäischen Übertragungsnetzbetreiber an ihre grenzüberschreitende Beschaffungsplattform für Primärregelleistung an. Vom erhöhten Wettbewerb versprechen wir uns eine sukzessive Abnahme der Regelenergiepreise. Diese und weitere erreichte Kostensenkungen, beispielsweise bei den Systemdienstleistungen, sind das Resultat unserer Bemühungen, die Strompreise zum Vorteil der Netznutzer zu reduzieren.

Mit solchen und anderen Engagements stärkte Swissgrid im letzten Jahr ihre Rolle in Europa und darüber hinaus. Anlässlich von Besuchen in der Schweiz bestätigten Delegationen ausländischer Übertragungsnetzbetreiber und Behörden den Ruf von Swissgrid als Vorreiterin und Kompetenzzentrum. Mitarbeitende des Unternehmens waren als Experten in zahlreichen internationalen Gremien aktiv. So arbeiteten wir am Zehnjahres-Entwicklungsplan des Verbands Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) mit. Neu ist Swissgrid zudem im Vorstand der Renew-ables Grid Initiative vertreten, einer Allianz aus Übertragungsnetzbetreibern, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaft. Unsere Mitwirkung in diesen und anderen Organisationen stellt sicher, dass Swissgrid bei der Neugestaltung des europäischen Stromsystems auf politischer und fachlicher Ebene involviert ist.

In enger Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern schufen wir 2014 wie geplant die technisch-betrieblichen Voraussetzungen für die Einbindung der Schweiz in den europäischen Strombinnenmarkt. Wir bedauern, dass die Einführung des «Market Coupling» und die Mitwirkung der Schweiz aufgrund politischer Entwicklungen vorerst noch warten müssen. Dadurch verzögert sich der beidseitige Wohlfahrtsgewinn dieser Errungenschaft weiter. Dank der soliden Vorarbeit sind wir aber in der Lage, die kommerzielle Kopplung zu vollziehen, sobald wir grünes Licht dafür erhalten.

2014 gaben mehrere Aktionäre bekannt, dass sie ihre Beteiligung an Swissgrid veräussern werden. Trotz des damit verbundenen Umbruchs sehen wir in dieser Entwicklung eine Chance, das Aktionariat des Unternehmens mit langfristig ausgerichteten Investoren zu verbreitern. Der Verwaltungsrat gab daher den Auftrag, die Vorbereitungen zur statutenkonformen Handänderung von Swissgrid Aktien sicherzustellen sowie langfristige und integrale Finanzierungsüberlegungen bezüglich Zieleigenkapitalquote sowie Dividendenpolitik vorzunehmen.

Diese Errungenschaften wären ohne die Kompetenz und den Einsatz unserer Mitarbeitenden nicht möglich gewesen. Der Personalauswahl und -entwicklung kommt deshalb grosse Bedeutung zu. In der jährlichen Studie des Beratungsunternehmens Universum 2014 erreichte Swissgrid erneut eine Platzierung unter den besten 100 Arbeitgebern der Schweiz. Dieses Resultat zeigt, dass wir moderne, sichere Arbeitsplätze anbieten und im Wettbewerb um die besten Kräfte vorteilhaft positioniert sind.

Im Namen des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung danken wir den Mitarbeitenden und Partnern von Swissgrid bestens für die Energie, die sie zur Erreichung unserer Ziele einsetzen!

Adrian Bult
Verwaltungsratspräsident

Pierre-Alain Graf
CEO

Auf einen Blick

Mit Energie in die Zukunft

«Wir transportieren Strom. Unverzichtbar für die Schweiz. Unersetzlich für Europa. Antriebskraft und Lebensqualität für Millionen von Menschen. Heute und morgen.»

Swissgrid ist die nationale Netzgesellschaft und verantwortet als Übertragungsnetzeigentümerin den sicheren, zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb des Schweizer Höchstspannungsnetzes.

An den Standorten in Laufenburg, Frick und Prilly beschäftigt Swissgrid über 400 qualifizierte Mitarbeitende aus 17 Nationen. Als Mitglied des europäischen Netzwerkes der Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E nimmt sie zudem Aufgaben im Bereich der Koordination und der Netznutzung im europäischen Stromaustausch wahr.

Die Schweizer Elektrizitätsunternehmen Axpo Power AG, Alpiq AG, Alpiq Suisse SA, BKW Netzbeteiligung AG, Axpo Trading AG, Centralschweizerische Kraftwerke AG und andere Aktionäre halten 100% des Swissgrid-Aktienkapitals.

Zahlen zum Schweizer Übertragungsnetz

Transportierte Energie (GWh) 78 435
Import (GWh) 28 120
Export (GWh) 32 458
Netzlänge (in km) 6 700
Schaltanlagen 140
Anzahl Netzübergänge ins Ausland 41

Finanzinformationen (in Mio. CHF)

Gesamtleistung 833,2
Beschaffungsaufwand 356,1
Betriebsaufwand inkl. Abschreibungen und Wertminderungen 335,7
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 141,4
Unternehmensergebnis 80,5
Bilanzsumme 2 671,1
Freier Cashflow 61,0

* Swiss GAAP FER Werte
** Ohne treuhänderisch geführte Bilanzpositionen

Jahresrückblick 2014

Swissgrid hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die verbleibenden Teile des Schweizer Höchstspannungsnetzes übernommen und das gesamte System inventarisiert. Damit steht der Auftrag zur Konsolidierung des Netzes kurz vor der Erfüllung. In wichtigen Bauprojekten zur Erneuerung der Infrastruktur sind zudem die relevanten Meilensteine erreicht worden. Und trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen ist die Rolle von Swissgrid in Europa zentraler denn je. Swissgrid kann auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurückblicken und sich auf ein noch besseres 2015 freuen.

Wir erfüllen unsere Aufgabe bestens.

Gleich vorab – die Gesamtsituation 2014 präsentiert sich durchaus erfreulich. Swissgrid hat den Netzbetrieb und damit die Versorgung der Schweiz sichergestellt – während des gesamten Jahres. Die meteorologische Situation war ruhig. Gravierende Anlageschäden mit nennenswerten Versorgungsunterbrüchen waren keine zu verzeichnen.

Dabei ist die Aufgabe keineswegs einfacher geworden: lange Bewilligungsprozesse führen dazu, dass die Netzsituation gegenüber den Vorjahren noch weitgehend unverändert ist. Deswegen sind immer wieder kurzfristige Eingriffe erforderlich, um auf kritische Situationen zu reagieren – insbesondere in Gebieten mit strukturellen Engpässen wie beispielsweise der Genfersee-Region und der Südostschweiz. Dazu kommt, dass die Volatilität der Lastflüsse zu- und damit die Vorhersagbarkeit der Systemsituation weiter abgenommen hat. Gleichzeitig hat der Einfluss der Photovoltaik zugenommen. Dadurch sah sich Swissgrid in einer anspruchsvollen Aufgabe als Bindeglied zwischen Italien und Deutschland – erstmals traten dabei vermehrt Süd-Nord-Flüsse in der Grössenordnung um 2500 Mega-watt auf.

Alle diese Herausforderungen konnte Swissgrid annehmen und meistern. Das ist eine Bestätigung für gute Arbeit und Vorbereitung – und eine Versicherung für die Zukunft.

Wir übernehmen die verbleibenden Teile des Übertragungsnetzes …

Bereits im Januar konnte Swissgrid den ersten grossen Meilenstein des Jahres verzeichnen: Sie übernahm die verbleibenden Teile des Übertragungsnetzes und konnte damit eine wichtige Etappe des Auftrags zur Konsolidierung des Netzes erfüllen. Im Verlauf des Jahres wurde das Höchstspannungsnetz flächendeckend inventarisiert und für den bevorstehenden Instandhalterwechsel im Januar 2015 wurden umfangreiche Arbeiten getätigt – die Instandhaltung wurde erstmals extern ausgeschrieben und vergeben. Zudem erreichte Swissgrid die Sicherstellung der Refinanzierung dieser Konsolidierung.

Swissgrid gestaltet die Energielandschaft der Schweiz aktiv mit und geht mit Energie einen Schritt weiter in eine Zukunft, in welcher sie in vollem Umfang den Unterhalt und Ausbau des Schweizer Höchstspannungsnetzes sicherstellen kann – sicher, umweltverträglich und effizient.

... und senken die Kosten auch im 2014.

Seit 2009 hat Swissgrid aktiv an der Kostenbasis für den Betrieb des schweizerischen Übertragungsnetzes gearbeitet. Auch im 2014 konnten diese Arbeiten erfolgreich weitergeführt werden. Swissgrid hat die jährlichen Kosten der Aktivitäten gemäss StromVG (Beschaffungsaufwand, Betriebsaufwand, Abschreibungen) seit 2009 um CHF 466.1 Mio. (41%) gesenkt. Demgegenüber stehen gerichtlich verursachte Mehrkosten.

Wir bauen die Infrastruktur aus ...

Ebenfalls früh im Jahr kamen die ersten guten Nachrichten aus der Infrastruktur: am 16. Januar wurde das neue 220-kV-Schaltanlagengebäude im Unterwerk Gösgen aufgerichtet. Die neue Schaltanlage wird dank Gasisolation wesentlich kompakter – sie wird fünf- bis sechsmal weniger Fläche beanspruchen. Dieselbe Technik erlaubt im neuen 220-kV-Schaltanlagengebäude in Laufenburg eine Reduktion der Fläche um das 40-fache gegenüber der bestehenden Freiluftschaltanlage. Die Aufrichte dafür fand im November statt. Beide Gebäude werden Anlagen ersetzen, die bald 60 Jahre in Betrieb sind.

Im August erlebten die geladenen Gäste in Rüthi (SG) den Spatenstich für das neue 220-kV-Unterwerk, das wesentlich dazu beitragen wird, die Versorgungssicherheit in der Ostschweiz zu verbessern – mit optimierter Netzanbindung Richtung Österreich. Die neue Anlage wird 2016 in Betrieb gehen.

Und bei Therwil (BL) wurde das neue Unterwerk Froloo fertiggestellt. Die Einweihung und der Tag der offenen Tür fanden am 13. September in enger Zusammenarbeit mit EBM und Alpiq statt. Rund 430 Gäste waren zugegen, als mit dem Anlass der vierjährige Umbau abgeschlossen wurde – von Anfang bis Ende ein erfolgreiches Projekt.

Doch das ist noch nicht alles: Bereits im Juli wurde beschlossen, das bestehende 220-kV-Unterwerk in Avegno (TI) am Eingang zum Maggiatal zu ersetzen. Auch diese Anlage ist über 60 Jahre alt und genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Der Bau wird Ende 2017 beendet sein. Im Oktober hat Swissgrid die vom Bundesgericht geforderte Machbarkeitsstudie für eine Verkabelung im Raum «Binnegga-Binnachra-Hockmatta-Hofstatt» auf einem Teilabschnitt der Gommerleitung beim Bundesamt für Energie (BFE) eingereicht. Die anderen beiden Teilabschnitte der Gommerleitung befinden sich bereits in Realisierung – der kurze Abschnitt Bitsch/Massaboden-Termen wurde im November bereits abgeschlossen.

Der Netzanschluss des neuen Pumpspeicherkraftwerks Linth-Limmern der Axpo ist nahezu fertiggestellt. Alle Masten stehen, die Seile sind eingezogen – der Betrieb kann 2015 aufgenommen werden. Und in Veytaux (VD) wurden in einer logistischen Herausforderung zwei 380-/220-kV-Transformatoren für das neue 380-/220-kV-Unterwerk im Oktober geliefert. Die 220-kV-Schaltanlage ist bereits seit 2013 in Betrieb, die Einweihung der 380-kV-Schaltanlage ist für 2015 geplant.

Noch konnten aufgrund von hängigen Verfahren die bestehenden Netzengpässe nicht beseitigt und Lücken im Übertragungsnetz nicht geschlossen werden. Beispielsweise sind die Projekte Nant-de-Drance oder Chamoson-Chippis nach wie vor nicht abgeschlossen. Doch überall im Land erreichte Swissgrid in zahlreichen anderen Infrastrukturprojekten die angestrebten Ziele und Meilensteine. Dies lässt mit Stolz auf die Leistung im vergangenen Berichtsjahr zurück- und mit Zuversicht auf das folgende Jahr vorausblicken.

... und erweitern unsere Präsenz in der Romandie.

Im Dezember 2014 wurde der neue Standort der Swissgrid in Prilly (VD) in Betrieb genommen. Die Büros in Vevey und Lausanne wurden im Verlaufe des Jahres am neuen Standort vereint. Von Prilly aus werden das Netz in der Romandie gesteuert, das Anlagenmanagement für die Region betreut und die Westschweizer Bauprojekte geführt. Mit dem neuen Standort Prilly kann Swissgrid den Dialog und die Beziehungen zu Partnern und Hochschulen in der Romandie wesentlich ausbauen.

Wir investieren in die Ausbildung ...

Im Juli konnte Swissgrid den ersten wichtigen Meilenstein im Aufbau eines Training & Simulation Centers verzeichnen. Das Projekt war im April gestartet worden und wird eine wichtige Innovation in der Ausbildung von Personal in den Netzleitstellen sowie für Kraftwerksbetreiber darstellen. In den realitätsnahen Simulationen können Netzstörungen, Netzausfälle und -unterbrechungen als Ernstfall trainiert werden. Die Arbeitsplätze befinden sich in einer sechsmonatigen Testphase – nachdem sie in Rekordzeit aufgebaut und eingerichtet worden sind.

... und wir suchen den Kontakt auf Augenhöhe.

Neben den Anlässen im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Instandhaltung der Infrastruktur, zu welchen regelmässig zahlreiche Interessierte erschienen, präsentierte sich Swissgrid auch an den Powertagen vom 3. bis 5. Juni in den Hallen der Messe Zürich. Über 2000 Fachexperten der Schweizer Energiebranche nahmen am Anlass teil und wurden Zeugen eines guten Auftritts von Swissgrid.

Das Interesse der Öffentlichkeit an Swissgrid und ihren Aufgaben ist erfreulich gross – dies zeigt sich auch in der hohen Zahl von Gruppenanfragen und erfolgreich durchgeführten Besuchen in Laufenburg. Um dieses Interesse optimal zu bedienen, werden vierteljährlich Abende der offenen Tür unter dem Motto «Meet Swissgrid» veranstaltet.

Wir gehen weiterhin Hand in Hand mit Europa.

Seit 2012 beschafft Swissgrid einen nicht unwesentlichen Teil des Schweizer Bedarfs an Primärregelleistung – ganze 25 Megawatt – per Ausschreibung auf der Internetplattform www.regelleistung.net. Über diese Plattform beschaffen seit 2007 die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW Regelleistung. Neu konnte auch 2014 die niederländische TenneT TSO B.V. gewonnen werden, 35 Megawatt über diese Plattform zu beziehen – das ist immerhin ein gutes Drittel des niederländischen Gesamtbedarfs. Diese sukzessive Zusammenführung der niederländischen, schweizerischen und deutschen Märkte für Primärregelleistung verbessert die Zusammenarbeit der TSO, verringert die Beschaffungskosten und erhöht die Versorgungssicherheit.

Wir empfangen Südosteuropa in Laufenburg ...

Swissgrid ist nicht «nur» die nationale Netzgesellschaft der Schweiz, sondern übernimmt als «Coordination Center South» auch wichtige Aufgaben in der Koordination des kontinentaleuropäischen Übertragungsnetzes. Die Region «South» beinhaltet Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, die Schweiz und die Länder Südosteuropas.

Aktuell bereitet sich der türkische Übertragungsnetzbetreiber TEIAS auf den offiziellen Anschluss an das kontinentaleuropäische Netz vor. Mit dem Anschluss der Türkei an das synchrone Netzgebiet Europas kann die Region «South» über den Bosporus hinaus erweitert werden. Im Zuge der Vorbereitungen auf den Anschluss besuchte eine Delegation der TEIAS verschiedene Netzbetreiber und wurde auch in Laufenburg empfangen.

Diese Delegation ist eine von vielen, die Swissgrid als Kompetenzzentrum im vergangenen Jahr besucht haben. Bei allen diesen Besuchen wurde immer wieder klar, dass Swissgrid als führende Übertragungsnetzbetreiberin in Europa anerkannt und geschätzt wird – und dass man sich an ihrer Arbeit ein Vorbild nimmt.

... und bauen unsere Rolle in ganz Europa aus.

Eine europaweit integrale, innovative und nachhaltige Entwicklung der Stromnetze ist ein zentrales Anliegen von Swissgrid. Und sie ist deswegen auch an vorderster Front mit dabei, wenn es um die Mitgestaltung der Stromzukunft Europas geht. Das zeigt sich beispielsweise in der Wahl von Andreas John und Nisheeth Singh zu Convenors von Steering Groups des ENTSO-E System Operation Committee oder von Jörg Spicker ins Board der Renewables Grid Initiative (RGI). Ziel dieses Vereins, dessen Mitglieder aus Übertragungsnetzbetreibern, NGO und Akteuren aus der Wissenschaft bestehen, ist die Sicherstellung eines effizienten, nachhaltigen und gesellschaftlich akzeptierten Ausbaus der europäischen Netzinfrastruktur.

Nach mehreren Jahren der Mitgliedschaft hat Swissgrid beschlossen, sich verstärkt in der europaweiten Erarbeitung von Best Practices durch TSO und NGO zu engagieren. Derzeit liegt der Schwerpunkt dieses Engagements auf der Interaktion mit Stakeholdern in Planungs- und Bewilligungsprozessen bei Netzbauprojekten. In Zukunft soll aber die Diskussion um neue Rollen und Aufgabenverteilungen beim Umbau des Stromsystems ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

Swissgrid sieht die enge Zusammenarbeit mit NGO, deren frühe Einbindung und einen absolut offenen Dialog als fundamental für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Netze an. Jörg Spickers Engagement ist deswegen ein wichtiger und richtiger Schritt.

Wir sind bereit für das Market Coupling.

Swissgrid ist bereit für das «Market Coupling» – die Kopplung der Schweiz mit dem europäischen Strombinnenmarkt. In vier Teilprojekten wurden unter grossem Einsatz alle Voraussetzungen dafür geschaffen. Eine Teilnahme am «Market Coupling» ist aber für die Schweiz derzeit nicht möglich. Die EU und die Schweiz haben bis heute keine Lösung für die offenen Fragen bezüglich eines Stromabkommens finden können. Diese Fragen müssen erst geklärt werden. Alle Beteiligten sind sich jedoch einig, dass der vereinigte Strombinnenmarkt nur Vorteile für Europa und die Schweiz mit sich bringen wird. Es ist deswegen zu erwarten, dass weiterhin mit Hochdruck an der Einigung gearbeitet wird.

Wir gehören zu den Besten.

An allen Fronten haben die Mitarbeitenden von Swissgrid ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ihnen ist es zu verdanken, dass sich Swissgrid planmässig und erfreulich entwickeln kann. Doch von nichts kommt nichts – denn Mitarbeitende sind nur so gut wie die Möglichkeiten, die sie bekommen. Und die sind bei Swissgrid besonders gut: In der jährlichen Studie des Beratungsunternehmens Universum ist sie auch 2014 erneut wieder unter den besten 100 Arbeitgeberinnen der Schweiz aufgeführt. Die Auszeichnung belegt, dass Swissgrid moderne Arbeitsplätze in einer attraktiven Branche anbietet und im Wettbewerb um die besten Kräfte vorteilhaft positioniert ist. So kann es weitergehen!

KEV «boomt» weiter

2014 hat sich das grosse Interesse für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) weiter bestätigt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr reichten 11696 Antragstellende ihre Anmeldeunterlagen bei Swissgrid ein. Das sind durchschnittlich 975 Anträge pro Monat – im Dezember waren es gar deren 1326.

Seit der Einführung im Jahr 2009 wurden insgesamt 54943 KEV-Anmeldungen eingereicht. Davon erhielten 14369 Antragstellende einen positiven Bescheid. Die 9119 bis anhin in Betrieb gegangenen Produktionsanlagen erzeugten im Geschäftsjahr 2014 1669 GWh an erneuerbarem Strom. Per Ende Jahr befanden sich 39333 Anlagen auf der Warteliste.

Der vom Parlament beschlossene neue Vergütungsprozess «Einmalvergütung» für kleine Photovoltaik-Anlagen wurde erfolgreich eingeführt. Bis Ende 2014 vergütete Swissgrid bereits CHF 6,28 Mio. Im 2015 sind weitere Auszahlungen von weit über CHF 100 Mio. vorgesehen.

Seit 2006 müssen Energieproduzenten einen Nachweis der Produktionsart und der Herkunft von Elektrizität vorweisen. Dies erleichtert den internationalen Handel mit Strom aus erneuerbaren Energien und stellt sicher, dass der von Endkunden verbrauchte Strom bis zu seinem Ursprung zurückverfolgt werden kann. 97,5% aller Schweizer Stromproduzenten sind seit dem 1. Januar 2013 in der Swissgrid- Datenbank für Herkunftsnachweise erfasst.

Auch die Compliance ist auf Kurs

Swissgrid kann auch in Sachen Compliance auf ein positives Berichtsjahr zurückblicken. Die Projekte der Funktion Compliance konnten umgesetzt werden. Eines dieser Projekte war die Integration der Compliance-Risiken in das unternehmensweite Risikomanagement. Zudem konnte das Weisungswesen weiter ausgebaut werden, und der Aufbau einer E-Bibliothek für Compliance-relevante Dokumente wurde in Angriff genommen.

Mit Hilfe verschiedener Präsenzschulungen und einer unternehmensweiten Online-Schulung wurden die Compliance-Anforderungen erfolgreich kommuniziert. Der Fokus im Berichtsjahr lag dabei auf der Schulung des Kaders zur Integration der Compliance in deren Führungsaufgaben. Die Kadermitarbeitenden sorgen als sogenannte Multiplikatoren dafür, dass die Informationen im ganzen Unternehmen konsistent verbreitet werden.

Das Vertrauen in die neutrale Untersuchung durch Compliance ist gross. Sie wird als Meldestelle für Verstösse genutzt. Dies zeigt die hohe Zahl von Anfragen im Berichtsjahr. Mindestens einmal pro Woche erhielt Compliance Anfragen von Mitarbeitenden zu Einkaufsbedingungen sowie Annahmen von Einladungen oder Geschenken. Hinweisen im Zusammenhang mit Whistleblowing konnte mit Hilfe von Untersuchungen angemessen nachgegangen werden. Als interner Dienstleister sorgt Compliance dafür, dass dank klaren Regeln die rechtlichen Anforderungen eingehalten werden können.

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